EuropeWine.com - Montag, 18. Oktober 2021
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Spanien - Terroir

Vinos de Pago — Spaniens Winzer setzen auf Terroir

Spaniens Weinwirtschaft hat sich in den vergangenen 25 Jahren in großem Stil modernisiert, hat neue Regionen erschlossen und entwickelte sich mit stetigen Qualitätsfortschritten erfolgreich zum dynamischsten Weinbauland Europas.

Neben technischen Verbesserungen, weitreichender Modernisierungsmaßnahmen und der, Rehabilitierung alteingesessener Rebsorten etzt sich bei den spanischen Avantgarde-Önologen ein starkes Terroirbewusstsein durch. Die rechtliche Grundlage hierfür ist das im Jahr 2003 verabschiedete Weingesetz mit der neuen Qualitätsebene "Vinos de Pago". Sie ist Weinen aus geschützten und definierten Einzellagen vorbehalten.

Pablo Calvo

"In Sachen Terroir bietet Spanien ein optimales Zusammenspiel von Klima und Bodenbeschaffenheit. Und damit für den Weinbau einzigartige Voraussetzungen", erklärte Pablo Calvo, Leiter der Weinabteilung des Spanischen Handelsbüros in Düsseldorf, auf dem Jahrespresseempfang 2005 in Eltville.

Atlantisch geprägte Klimazonen und mediterrane sind ebenso vorhanden wie kontinentale im Landesinnern. Hinzu kommt, das Spanien nach der Schweiz das gebirgigste und hochgelegenste Land Europas ist. An Gebirgshängen, in Tälern und auf den Hochebenen im Landesinnern entstehen unterschiedlichste Kleinklimata von extrem heiß bis zu feuchtwindig. Vor allem die für den Weinbau wichtigen Schwankungen der Tag-Nacht-Temperaturen variieren oft aufgrund kleinster geografischer Veränderungen.

Ähnlich sieht es mit den Bodenverhältnissen aus. Alle für den Weinbau wichtigen Bodenarten sind in Spanien vorhanden. Auf Schiefer stehen Reben beispielsweise in Bierzo, Priorato oder Ampurdan. Kies und anderes Flussgestein prägt Weine aus Rueda, Toro, Conca de Barbera, Rioja Baja und Teilen von Navarra. Über viele kalkige Lagen verfügen die Rioja, Ribera del Duero, Jumilla, Yecla, Montilla, Cigales oder Jerez. Vulkanische Böden sind typisch für die Kanarischen Inseln.

Diese geologischen und geografischen Voraussetzungen bilden in Verbindung mit Weinbautechniken und Rebsorten ein riesiges Reservoir kleiner besonderer Einzellagen, die ein einzigartiges Spektrum sehr individueller und hochklassiger Weine ermöglichen. Denn gerade die hochwertigen Rebsorten reagieren stark auf unterschiedliches Terroir.

Einige Gebiete wie Rioja, Ribera del Duero oder Priorato sind weitgehend erschlossen und qualitativ entwickelt; andere befinden sich im fortgeschrittenen Investitions- und Entwicklungsprozess (Toro, Navarra, Somontano, Bierzo); bei anderen hat die Modernisierung gerade erst begonnen - so etwa in Ribera del Guadiana, Cigales, Jumilla oder in den gebirgigen Regionen bei Malaga.

"Dies zeigt, dass Weinfreunde in aller Welt noch einige positive Überraschungen erleben werden", so Pablo Calvo. "Neuen Auftrieb wird es geben, wenn demnächst die ersten offiziellen ´Vinos de Pago´ auf den Markt kommen".

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